“Die USA sind keine Supermacht, sondern eine bankrotte Farce”
Paul Craig Roberts, stellvertretender
Ex-US-Finanzminister, hätte die gefährliche Situation, in der wir uns
befinden – und die Hintergründe hierzu – nicht besser zusammenfassen
können. Außerdem erklärt er, warum Europa nichts gewinnen kann, wenn es
sich weiterhin bedingungslos der US-Neocon-Linie unterwirft, sondern
nur verlieren würde:
“Das
von den Neocons eingenommene Bush-Regime und die von den Israeli
besetzten Medien führen die ahnungslose Welt Richtung Atomkrieg. Das
National Endowment for Democracy (NED) war damals in den Jahren der
Reagan-Administration als Werkzeug des kalten Krieges geschaffen
worden. Heute ist das NED ein von den Neocons kontrollierter Akteur für
die US-Weltherrschaft. Seine Hauptfunktion besteht darin, US-Geld in
ehemaligen Teilen der Sowjetunion zu investieren und Wahlmanipulation
zu betreiben, um Russland mit amerikanischen Marionettenstaaten
einzukreisen. Das neokonservative Bush-Regime nutzte das NED, um sich
in die inneren Angelegenheiten der Ukraine und Georgiens einzumischen –
entsprechend dem neokonservativen Plan, in den beiden ehemaligen
Teilgebieten der Sowjetunion US-freundliche und Russland-feindliche
politische Regimes zu errichten. Mittels seiner Interventionen in der
Slowakei, in Serbien und Montenegro war das NED auch eingesetzt worden,
um das ehemalige Jugoslawien zu zerstückeln. 1991 erklärte Allen
Weinstein, der am Gesetzesentwurf für die Bildung des NED mitwirkte,
gegenüber der «Washington Post», dass vieles von dem, was das NED
«heute tut, während 25 Jahren verdeckt durch die CIA getan wurde».
Nachdem das Bush-Regime eine Marionette – Michail Saakaschwili – als
Präsident von Georgien installiert hatte, versuchte es, Georgien in die
Nato zu bringen.
Für die jüngeren Leser, die das nicht mehr wissen,
sei daran erinnert, dass der Nordatlantikpakt, die Nato, ein
Militärbündnis zwischen den USA und Westeuropa war, das gegen jede
sowjetische Bewegung Richtung Westeuropa Widerstand leisten sollte.
Seit dem inneren politischen Zusammenbruch der Sowjetunion vor nahezu
zwei Jahrzehnten gibt es keine Begründung mehr für die Nato. Wie das
NED wurde auch die Nato von den Neocons zu einem weiteren Werkzeug für
die US-Weltherrschaft umfunktioniert. Die folgenden US-Regierungen
verletzten die Übereinkommen, die Präsident Reagan mit Michael
Gorbatschow, dem letzten Führer der Sowjetunion, getroffen hatte und
nahmen ehemalige Teile des sowjetischen Imperiums in die Nato auf. Das
Ziel der Neocons, Russland mit einem feindlichen Militärgürtel
einzukreisen, ist immer wieder proklamiert worden.
Westeuropäische
Mitglieder der Nato vereitelten die Aufnahme Georgiens, da sie dies als
provokativen Affront gegen Russland begriffen, von dessen Erdgas
Westeuropa abhängig ist. Auch die Absichten des Bush-Regimes, in Polen
und Tschechien ballistische Raketenabwehrschilde zu installieren,
beunruhigt die Westeuropäer, denn das wird zur Folge haben, dass
russische atomare Marschflugkörper auf europäische Hauptstädte
gerichtet werden. Die Europäer können keinen Vorteil darin erkennen,
auf Kosten ihrer eigenen Existenz den USA dabei zu helfen, einen
russischen Vergeltungsschlag gegen die USA abzublocken. Gegen
Marschflugkörper sind ballistische Raketenabwehrschilde nicht brauchbar.
Alle
Länder haben genug vom Krieg – ausser den USA. Krieg – auch Atomkrieg –
ist die neokonservative Strategie zur Erlangung der Weltherrschaft. Die
ganze Welt – ausser den USA – weiss, dass der Ausbruch des bewaffneten
Konfliktes zwischen russischen und georgischen Streitkräften in
Südossetien allein auf die USA und ihre georgische Marionette
Saakaschwili zurückzuführen ist. Als einzige auf der ganzen Welt sind
sich die Amerikaner nicht gewahr, dass die Feindseligkeiten durch
Saakaschwili initiiert wurden, weil sie von Bush, Cheney und den
israelisch besetzten Medien einmal mehr belogen wurden. Alle anderen
wissen, dass der labile und korrupte Saakaschwili, der Demokratie
verkündet und einen Polizeistaat betreibt, es nie mit Russland
aufgenommen hätte, indem er Südossetien angriff, hätte er nicht das
Startzeichen dazu aus Washington gehabt.
Der georgische Angriff auf die russische Bevölkerung in Südossetien zielt auf zweierlei:
- Er
soll die Europäer davon überzeugen, dass ihre Einflussnahme, mit der
sie auf eine Verzögerung der Nato-Mitgliedschaft Georgiens hinwirkten,
der Grund «der russischen Aggression» sei und dass Georgien nur dadurch
vor einer Eroberung zu bewahren sei, dass man ihm die
Nato-Mitgliedschaft gewähre. - Eine ethnische Säuberung
Südossetiens von seiner russischen Bevölkerung. 2000 russische
Zivilisten sind von der durch die USA ausgerüsteten und ausgebildeten
georgischen Armee gezielt angegriffen und getötet worden, und
Zehntausende sind nach Russland geflüchtet. Nachdem sie dieses Ziel
erreicht hatten, forderten Saakaschwili und seine Drahtzieher in
Washington eiligst einen Waffenstillstand und ein Ende der russischen
Invasion. Man hofft, dass die russische Bevölkerung Angst hat,
zurückzukehren oder von der Rückkehr abgehalten werden kann, um so die
Gefahr der Abspaltung zu beseitigen.
Das Bush-Regime kann die
amerikanische Bevölkerung zweifellos betrügen, genauso wie sie das mit
den irakischen Massenvernichtungswaffen tat, mit den iranischen
Atomsprengköpfen und mit 9/11 selbst, aber die übrige Welt nimmt ihnen
das nicht ab, noch nicht einmal die von Amerika gekauften und bezahlten
europäischen Bündnispartner.
Botschafter M.K. Bhadrakumar, einstiger
Karrierediplomat des Indian Foreign Service (IFS) [unter anderem in der
Sowjetunion, Südkorea, Sri Lanka, Deutschland, Afghanistan, Pakistan,
Usbekistan, Kuwait und in der Türkei], konstatiert in einem Beitrag in
der «Asia Times» die Desinformation, mit der das Bush-Regime und die
US-Medien hausieren gehen, und berichtet, dass «Russland bei Ausbruch
der Gewalttätigkeiten versucht hatte, den Uno-Sicherheitsrat dazu zu
bringen, eine Erklärung abzugeben, die von Georgien und Südossetien ein
sofortiges Niederlegen der Waffen forderte. Aber Washington war nicht
interessiert.» Botschafter Bhadrakumar stellt fest, dass das
amerikanische und georgische Zurückgreifen auf Gewalt und Propaganda
dem Vertrauen der russischen Regierung, mit Diplomatie und gutem Willen
eine Lösung in der Südossetien-Frage erreichen zu können, ein Ende
setzten. Wenn Russland wollte, könnte es mit der Existenz Georgiens als
eigenständigem Land nach Belieben Schluss machen – und es gäbe nichts,
was die USA dagegen tun könnten.
Fest steht, dass die georgische
Invasion in Südossetien ein vom Bush-Regime orchestrierter Vorgang war.
Die amerikanischen Medien und die neokonservativen Think tanks hielten
sich mit ihren Propaganda-Blitzaktionen bereit. Die Neocons hatten
einen Leitartikel des «Wall Street Journal» für Saakaschwili parat, der
erklärte, dass «der Krieg in Georgien ein Krieg für den Westen ist».
Als Saakaschwili dann mit dem Fehlschlag seiner Armee konfrontiert war,
sobald die Russen Truppen zum Schutz der Südosseten entsandt hatten,
erklärte er: «Es geht nicht mehr um Georgien. Es geht um Amerika, seine
Werte.» Die neokonservative Heritage Foundation in Washington D. C.
berief im Eiltempo eine Konferenz ein, veranstaltet vom Kriegstreiber
Ariel Cohen: «Dringend! Ereignis: Russisch-georgischer Krieg: eine
Herausforderung für die USA und die Welt.» Die «Washington Post» gab
den Kriegstrommeln des Neocon Robert Kagan eine Plattform: «Putin setzt
sich in Bewegung.» Nur ein Narr wie Kagan kann annehmen, dass Putin,
trüge er sich mit der Absicht, in Georgien einzumarschieren, dies von
Peking aus tun würde, oder dass er – nachdem die amerikanisch
trainierte georgische Armee in die Flucht geschlagen wurde – nicht
weiterfahren und ganz Georgien erobern würde, um den amerikanischen
Machenschaften an Russlands heikelster Grenze ein Ende zu setzen,
Machenschaften, die wahrscheinlich eines Tages in einem Atomkrieg enden.
Die
«New York Times» räumte Bill Kristols Tirade: «Wird Russland ungestraft
davonkommen?» einen Platz ein. Kristol donnert darin gegen
«diktatorische und aggressive und fanatische Regimes», die «Freude
haben, gemeinsam auf die Schwächung des Einflusses der Vereinigten
Staaten und ihrer demokratischen Verbündeten hinzuarbeiten». Kristol
präsentiert eine neue Achse des Bösen – Russland, China, Nord-Korea und
Iran – und warnt vor «Verzögerung und Unentschlossenheit», die
«lediglich zu künftigen Bedrohungen und ernsteren Gefahren auffordern».
Mit anderen Worten: «Greift Russland jetzt an.»
Dick Cheney, der
geisteskranke amerikanische Vize-Präsident, rief Saakaschwili an, um
die Solidarität der USA mit Georgien auszudrücken, und erklärte: «Die
russische Aggression darf nicht unerwidert bleiben.»
Nur ein Idiot
kann Saakaschwili etwas anderes sagen als «sofort aufhören». Was muss
die Wirkung von Cheneys propagandistischer und verantwortungsloser
Erklärung der US-amerikanischen Unterstützung für die Kriegsverbrechen
von Georgien auf die US-Geheimdienste und das US-Militär sein? Glaubt
irgend jemand allen Ernstes, dass die CIA oder irgendein
US-Geheimdienst dem Vizepräsidenten sagte, Russland habe den Konflikt
mit einer Invasion begonnen? Die russischen Truppen erreichten
Südossetien, nachdem Tausende von Osseten getötet worden waren und
Zehntausende nach Russland geflohen waren, um dem georgischen Angriff
zu entkommen. Presseberichten zufolge haben die russischen Streitkräfte
Amerikaner gefangengenommen, die bei den georgischen Truppen waren und
deren Angriff auf Zivilisten befehligten.
Über die verlorenen Kriege
im Irak und in Afghanistan und einem geplanten Krieg gegen Iran hinaus
hat das US-Militär sicher keine Ressourcen mehr für einen Krieg gegen
Russland. Mit dem georgischen Vorstoss hat sich das Bush-Regime einer
neuen Runde von Kriegsverbrechen schuldig gemacht. Was wird die Folge
sein? Viele werden entgegenhalten, dass das Bush-Regime mit 9/11
ungestraft davongekommen ist, mit Afghanistan, mit dem Irak und mit
seinen Vorbereitungen für einen Angriff auf Iran, es werde auch mit
seinem georgischen Unternehmen ungestraft davonkommen. Vielleicht aber
hat sich das Bush-Regime diesmal übernommen. Mit Sicherheit hat
Russland nun erkannt, dass die USA entschlossen sind, die Vorherrschaft
über Russland auszuüben, und dass sie Russlands schlimmster Feind sind.
China realisiert die Bedrohung durch die USA für seine eigene
Energieversorgung und damit auch für seine Wirtschaft.
Selbst
die europäischen Verbündeten von Amerika, die sich an ihrer Rolle
reiben, Truppen für das amerikanische Imperium bereitzustellen, müssen
nun begreifen, dass es gefährlich ist, Amerikas Verbündeter zu sein,
und dass es keine Vorteile bringt. Sollte Georgien Nato-Mitglied werden
und seinen Angriff auf Südossetien erneuern, muss es Europa in einen
Krieg mit Russland zerren – den Hauptenergielieferanten für Europa.
Dazu kommt, dass es nichts geben wird, was russische Truppen, die über
die europäischen Grenzen gesandt werden, stoppen könnte. Was hat
Amerika Europa zu bieten – ausser Millionen von Dollars, die es
bezahlt, um europäische politische Führer zu bestechen und so
sicherzustellen, dass sie ihre eigene Bevölkerung betrügen? Gar nichts.
Die einzige militärische Bedrohung, die auf Europa zukommt, besteht
darin, für die amerikanische Weltherrschaft in Amerikas Kriege
hineingezogen zu werden.
Die USA sind finanziell bankrott – ihre
Budget- und Handelsdefizite sind grösser als die gemeinsamen Defizite
der restlichen Welt zusammengenommen. Der Dollar hat schlappgemacht.
Der amerikanische Verbrauchermarkt geht an der Auslagerung der
amerikanischen Arbeitsplätze und damit der Einkommen zugrunde, aber
auch an den Folgen für das Vermögen durch den Kollaps der Immobilien
und Derivate. Die USA haben Europa
nichts anzubieten. Es ist in der Tat so, dass der Rückgang der
amerikanischen Wirtschaft die europäischen Exporte zum Erliegen bringt,
weil er den Wert des Euro in die Höhe treibt. Amerika hat die
moralische Überlegenheit vor langer Zeit verloren. Heuchelei ist das
bekannteste Kennzeichen Amerikas geworden. Bush, der auf der Grundlage
von Lügen in Afghanistan und im Irak einmarschiert ist, wettert gegen
Russland, weil es seinen dortigen Friedenstruppen und den russischen
Bürgern in Südossetien zu Hilfe kommt, um sie zu verteidigen. Bush, der
Kosovo aus Serbiens Herz riss, stellt sich unerbittlich gegen andere
separatistische Bewegungen, besonders der Südosseten, die Teil der
russischen Föderation sein möchten. Das Neocon-gesteuerte Bush-Regime
ist wütend darüber, dass sich der russische Bär von der US-gestützten
Aggression des georgischen Marionettenstaates Georgien nicht hat
einschüchtern lassen. Anstatt – wie es das neokonservative Drehbuch
forderte – den Akt amerikanischer Hegemonie zu akzeptieren, verjagte
Russland die erschreckte amerikanisierte georgische Armee. Nachdem das
Bush-Regime mit den Waffen gescheitert ist, entfesselt es jetzt die
Rhetorik. Das Weisse Haus warnt Russland, ein Nicht-Hinnehmen der
US-Hegemonie könnte “beträchtliche Langzeitfolgen für die Beziehungen
zwischen Washington und Moskau” haben. Verstehen die Irren, aus denen
das Bush-Regime besteht, wirklich nicht, dass die USA gegen Moskau gar
nichts tun können – ausser einem atomaren Überraschungsangriff auf
Russland?
Das Bush-Regime besitzt nichts an russischer Währung, die es auf den Markt werfen könnte. Die Russen besitzen US-Dollar.
Das
Bush-Regime besitzt keine russischen Wertpapiere, die es auf den Markt
werfen könnte. Die Russen besitzen amerikanische Wertpapiere.
Die
USA können Russland keine Energielieferungen abstellen. Russland kann
den europäischen Verbündeten von Amerika die Energie abstellen.
Präsident
Reagan verhandelte das Ende des kalten Krieges mit dem sowjetischen
Präsidenten Gorbatschow. Die Neokonservativen, von Reagan gefeuert und
aus dem Amt gejagt, waren wütend. Die Neocons hofften, den kalten Krieg
zu gewinnen, und dabei die amerikanische Hegemonie zu errichten. Unter
Bush dem Ersten stellte das republikanische Establishment seine
politische Vormachtstellung, die es an Ronald Reagan verloren hatte,
wieder her. Mit diesem Kraftakt wurden die Geheimdienste der
Republikanischen Partei betrieben. Die Neocons arrangierten ihr
Comeback mit dem ersten Golf-Krieg und ihrer Propaganda – mit reinen
Lügen, dass die irakischen Truppen kuwaitische Babys in Spitälern mit
dem Bajonett getötet hätten. [Eine amerikanische PR-Firma arrangierte
den Fernsehauftritt der Tochter des kuwaitischen Botschafters in
Washington, die sich vor laufenden Kameras als Krankenschwester aus
einem kuwaitischen Spital ausgab und die Lügen von den getöteten Babys
erzählte.] Ein weiteres Comeback gaben die Neocons mit Präsident
Clinton, den sie überzeugten, Serbien zu bombardieren, um
separatistischen Bewegungen zu gestatten, unabhängige, von Amerika
abhängige Staaten zu werden. Mit Bush dem Zweiten haben die Neocons die
Macht übernommen. Zu ihrer Agenda – der amerikanischen Weltherrschaft –
gehört auch die Herrschaft Israels über den Nahen und Mittleren Osten.
Bisher haben die Pläne dieser ignoranten und gefährlichen Ideologien zu
einer Bauchlandung geführt. Der Irak, früher in der Hand säkularer
Sunniten, die Iran Einhalt geboten, ist nach der amerikanischen
Invasion und Besetzung in den Händen religiöser Schiiten, die mit Iran
verbündet sind. In Afghanistan leben die Taliban wieder auf, und die
grosse Nato/US-Armee dort ist nicht in der Lage, die Situation zu
kontrollieren. Eine Folge des Neocon-Afghanistan-Krieges ist der
Machtverlust des amerikanischen Marionetten-Präsidenten in Pakistan,
einem muslimischen Land mit Atomwaffen. Der Marionetten-Präsident steht
nun vor seiner Amtsenthebung, und das pakistanische Militär hat den
Amerikanern mitgeteilt, sie sollten die Durchführung militärischer
Operationen auf dem pakistanischen Territorium beenden. Die
amerikanischen Marionetten in Ägypten und Jordanien könnten die
nächsten sein, die fallen. Im Irak haben die Schiiten die ethnische
Säuberung von Sunniten in ihren Wohngebieten abgeschlossen und einen
Waffenstillstand erklärt, um damit der US-Propaganda zu widersprechen,
wonach ein amerikanischer Rückzug zu einem Blutbad führen würde.
Zwischen der amerikanischen und der irakischen Regierung, die sich
nicht länger als amerikanische Marionette verhält, sind nun
Verhandlungen über den Zeitpunkt eines Rückzuges im Gange.
Letztes
Jahr hat Hugo Chavez Bush vor der Uno lächerlich gemacht. Russlands
Putin hat Bush als Kamerad Wolf lächerlich gemacht. Am 12. August 2008
verspottete die «Prawda» Bush: «Bush, warum halten Sie nicht den Mund?»
Die Amerikaner mögen denken, sie seien eine Supermacht, vor der die
Welt zittert. Aber nicht die Russen. Jene Amerikaner, die dumm genug
sind zu glauben, dass Amerikas «Supermacht» ihre Bürger vor Gefahren
sichert, sollten die völlige Verachtung lesen, die in der «Prawda» für
Präsident Bush zum Ausdruck kommt:
«Präsident
Bush, warum halten Sie nicht den Mund?* In Ihrer Stellungnahme von
Montag zum legitimen Vorgehen der Russischen Föderation haben Sie nicht
ein einziges Mal die Kriegsverbrechen erwähnt, welche das georgische
Militär mit Unterstützung amerikanischer Berater gegen russische und
ossetische Zivilisten beging.
Präsident
Bush, warum halten Sie nicht den Mund? Ihr treuer Verbündeter, Michail
Saakaschwili, gab eine Waffenstillstandsvereinbarung bekannt, während
seine Truppen – mit Ihren Beratern – sich an der ossetischen Grenze
zusammenzogen, die sie im Schutz nächtlicher Dunkelheit überschritten
und Zchinwali zerstörten, indem sie zivile Bauwerke ins Visier nahmen –
genauso wie es Ihre Streitkräfte im Irak taten.
Präsident
Bush, warum halten Sie nicht den Mund? Ihre amerikanischen
Transportflugzeuge brachten Tausende von georgischen Soldaten vom Irak
nach Hause in die Kampfzone. Wünschten Ihre Jungs ihnen viel Glück, als
sie das Flugzeug verliessen. Ich glaube sie zu hören: ‹Heizt ihnen ein!›
Präsident
Bush, warum halten Sie nicht den Mund? Wie erklären Sie die Tatsache,
dass unter den georgischen Soldaten, die vor dem Gefecht flohen,
deutlich Offiziere zu hören waren, die in amerikanischem Englisch
Befehl gaben: ‹Get back inside›, ‹Geht wieder rein!›? Und wie erklären
Sie die Tatsache, dass man von amerikanischen Soldaten unter den
georgischen Opfern berichtete?
Präsident
Bush, warum halten Sie nicht den Mund? Glauben Sie wirklich, nach acht
Jahren Ihres kriminellen und mörderischen Regimes und Ihrer Politik
messe irgend jemand Ihren Worten irgendein Gewicht bei? Glauben Sie
wirklich, Sie hätten irgend etwas an moralischer Begründung, und bilden
Sie sich wirklich ein, dass es ein einziges menschliches Wesen irgendwo
auf diesem Planeten gibt, das nicht jedesmal, wenn Sie im Fernsehen
erscheinen, Ihnen den Mittelfinger zeigt? Glauben Sie wirklich, Sie
hätten das Recht, irgendwelche Ansichten oder Ratschläge zu erteilen –
nach Abu Ghraib? Nach Guantánamo? Nach dem Massaker an Hunderttausenden
von irakischen Zivilisten? Nach den Folterungen durch CIA-Agenten?
Glauben Sie wirklich, Sie hätten das Recht, zu irgendeinem Punkt des
Völkerrechtes Stellung zu nehmen – nach Ihren erfundenen
Anschuldigungen gegen den Irak und der anschliessenden kriminellen
Invasion?
Präsident Bush,
warum halten Sie nicht den Mund? Angenommen Russland erklärt zum
Beispiel, dass Georgien Massenvernichtungswaffen besitzt? Und dass
Russland weiss, wo diese Massenvernichtungswaffen sind, nämlich in
Tiflis und Poti und nördlich, südlich, östlich und westlich davon? Und
dass das wahr sein muss, weil es ‹grossartige
Geheimdienstinformationen eines anderen Landes› dazu gibt, wie
Satellitenfotos von Fabriken für Milchpulver und Getreideflocken für
Babys, die chemische Waffen herstellen und ‹derzeit in Fahrzeugen im
Land herumgefahren werden›. Stellen Sie sich vor, Russland erklärt zum
Beispiel, dass ‹Saakaschwili die Welt hereingelegt hat› und es sei
‹Zeit für einen Regimewechsel›?
Nett und einfach, nicht wahr, Präsident Bush? Warum also halten Sie nicht den Mund?
Ach,
und übrigens, senden Sie noch ein paar von Ihren Militärberatern nach
Georgien, sie leisten einen hervorragenden Job. Und sie sehen ganz
lustig nach unten durchs Nachtvisier, ganz grün.(They look all funny
down the night sight, all green.) Warum halten Sie nicht den Mund?»
Die
USA sind keine Supermacht. Es ist eine bankrotte Farce, die von
Schwachsinnigen geführt wird, die durch Stolen elections – arrangiert
von Karl Rove und Diebold, installiert worden sind. Es [Amerika] ist
eine Witzfigur, das in ignoranter Weise ein riesiges Land mit
Zehntausenden von Atomwaffen beleidigt und drangsaliert.”
*
Die «Prawda» hat diese Formulierung in Anspielung auf eine
gleichlautende Entgegnung des Königs von Spanien auf Hugo Chavez
gewählt. (Quelle: www.counterpunch.org vom 13.8.2008; Übersetzung durch “Zeit-Fragen“)
Paul
Craig Roberts, unter Präsident Ronald Reagan stellvertretender
Finanzminister, ist Wirtschaftswissenschafter, Redakteur und Kolumnist
für renommierte Magazine wie «Wall Street Journal» und National Review;
Autor zahlreicher Bücher, zuletzt «The Tyranny of Good Intentions: How
Prosecutors and Bureaucrats Are Trampling the Constitution in the Name
of Justice» (2000). Er publiziert regelmässig auf den Webseiten www.antiwar.com und www.counterpunch.org.
Den Text können Sie im Original bei der empfehlenswerten Zeitung “Zeit-Fragen” lesen.
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